22.05.18

US-Kongress erwägt Verlängerung des Copyrights um weitere 50 Jahre

Das US-amerikanische Repräsentantenhaus beschloss einen Gesetzesentwurf, wonach das Copyright für Musikkünstler und Tonträgerhersteller auf knapp 150 Jahre ausgedehnt werden soll. Namentlich ging es um zwischen 1923 und 1972 erfolgte Musikaufnahmen, die bis 2067 urheberrechtlichen Schutz genießen sollen. Gegenwärtig betragen die Schutzfristen 95 Jahre, was im internationalen Bereich bereits lang ist. In der Europäischen Union wurden die entsprechenden Fristen für Musikkünstler in 2009 von 50 auf 70 Jahre ausgedehnt. Die Schutzdauerausweitung in den USA würde unweigerlich zu einer Abkoppelung vom Rest der Welt führen.

Das Inkrafttreten des Gesetzesentwurfs „Classic Art“ hätte nicht nur verlängerte Schutzfristen zur Folge, sondern führte zugleich dazu, dass alle Einspielungen von Musikstücken entsprechend vergütet werden müssen. Überdies würden alle einschlägigen Tonaufnahmen von verbrieften Nutzerrechten, etwa für Bildungszwecke, ausgenommen werden. Da kein zentrales Verzeichnis über Urheber oder Produzenten alter Aufnahmen beziehungsweise ihre Erben existiert, wird sich die Einholung einer entsprechenden Einwilligung der Rechteinhaber bei Verwendung der Musikstücke als großes Problem darstellen.

Das Vorhaben des Repräsentantenhauses wird von zahlreichen Seiten scharf kritisiert. Europäische Sachverständige erklären, dass das Copyright mit derlei Schritt vollkommen aus den Fugen gerate. Amerikanische Rechtsgelehrte schrieben hingegen einen Brandbrief an die zuständigen Politiker im US-Senat, in dem sie davor warnen, dass der Gesetzesentwurf mit den Zielen des Copyright-Laws, namentlich der Anreizschaffung zur Schöpfung neuer Werke, kollidiere. Er belohne lediglich bereits bestehende Rechtsinhaber, hemme jedoch zugleich den Fortschritt. Der „Classic Art“ sei demnach nicht zu rechtfertigen und entfalte schädliche Auswirkungen auf die Öffentlichkeit.

 

Quellen: wired.com (engl.); heise.de

Von: Alexandra Wachtel

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